max. Größe 2 cm
Haltung einfach
Zucht schwer
Wasser-
temperatur
20 bis 25  °C
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Verbreitung des Salinenkrebs

Der Salinenkrebs ist der bekannteste Vertreter einer Gruppe von Urzeitkrebsen der Ordnung Anostraca (Kiemenfüßer, das sind urzeitliche Kleinkrebse ohne Rückenpanzer), die außerhalb der Antarktis auf allen Erdteilen vorkommen und als Bewohner von Salzseen auf eine bestimmte Salinität angewiesen sind. Salinenkrebs sind mit dem Echten Kiemenfuß Branchipus schaefferi verwandt, der aber ausschließlich in Süßwassertümpeln und -pfützen vorkommt.

Salinenkrebse können Dauereier bilden, die auch längere Trockenperioden unbeschadet überstehen oder im Gefieder von Wasservögeln in andere Gewässer verschleppt werden können. Über ihre Terminalanhänge, die Furka, scheiden die Salinenkrebse mit dem Wasser aufgenommenes überschüssiges Salz wieder aus und können so ihr inneres osmotisches Gleichgewicht regulieren. Je höher die Salzkonzentration in ihrem Gewässer ist, desto länger sind diese Furkaanhänge.

Der Salinenkrebs ist zwar die bekannteste Art aus der Familie der Artemiiden, aber längst nicht die häufigste. Im Gegensatz zu Artemia gracilis, die in den Salzseen Amerikas weit verbreitet ist. Artemia franciscana kommt über Nordamerika hinaus auch in der Karibik und Australien, sowie auf einigen pazifischen Inseln vor. Von ihr wurde in den 1960-ziger Jahren eine besonders produktive Zuchtsorte unter dem Produktnamen Artemia nyos, englisch Sea-Monkey, herausgezüchtet. Eine Unterart, Artemia farciscana monica, bildet im Großen Salzsee von Utah Massenvorkommen. Artemia persimile ist auf Vorkommen in Argentinien begrenzt. Auf gleich vier Kontinenten (außer Amerika) wurde die Art Artemia parthenogenetica nachgewiesen. Artemia salina besiedelt Binnensalzseen in Nordafrika und Europa. Die Art Artemia tunisiana kommt ebenfalls ausschließlich in Nordafrika und im südlichen Europa vor. Artemia uriana ist auf Gewässer in Kleinasein (Iran) beschränkt. Artemia sinica und A.tibetanica schließlich sind in Fernost, vor allem in China, verbreitet.

Einige Arten werden in großen Mengen in Teichanlagen gezüchtet. Da aus diesen Dauereiern sehr einfach die Larven, Artemia-Nauplien genannt, erbrütet werden können, werden diese Dauereier in großen Mengen in alle Welt als Futter für die Aquarienkultur und Aquarienhaltung von Fischen exportiert. Im Zoofachhandel werden komplette Aufzuchtkits mit Kulturgefäßen, Dauereiern, fertigen Meersalzmischungen und Futter angeboten. Damit lassen sich nicht nur die Nauplien erbrüten, sondern diese Nauplien auch weiter bis zu den adulten, ausgewachsenen Salinenkrebsen aufziehen.

Merkmale, Form und Färbung

Salinenkrebse gehören zu den Ruderfüßen (Anostraca), einer Untzerklasse der Krebse. Sie haben eine langgestreckte Form mit einer einförmigen Gliederung in Kopf, Brust und Hinterleib ohne einen Rückenpanzer. Der Brustbereich des Salinenkrebs trägt eine Vielzahl gleichförmig gebauter Beinpaare, der Hinterleib ist dagegen extremitätenlos. Die Salinenkrebse schwimmen schnell und geschickt meist mit der Bauchseite nach oben. Mit der Bewegung der Blattfüße versorgen sie sich gleichzeitig mit einem frischen, sauerstoffreichen Atemwasserstrom und strudeln Nahrungspartikel herbei. Salinenkrebse können zwischen 1,2 und 2cm groß werden; die Lebensdauer kann einige Monate betragen. Die Körperlänge, das Größenverhältnis von Vorderkörper und Hinterleib und die Länge der Anhänge sind vom Salzgehalt und Nahrunsgangebot des Gewässers abhängig. Mit steigender Salinität des Gewässers wird die Nutzung des gelösten Sauerstoffs schwieriger, sodass die Salinenkrebse dies durch einen erhöhten Hämoglobingehalt kompensieren müssen. Solche Salinenkrebse erscheinen durch den hohen Gehalt an Blutfarbstoff rötlicher. Die rotorange Färbung der Salinenkrebse wird also nicht, wie bei anderen Krebsen, durch ein besonders kariotinhaltiges Futter hervorgerufen. Allein um den Ionengehalt ihrer Hämolymphe gegenüber dem hypertonischen Außenmilieu konstant zu halten, verbrauchen sie bereits 1/3 der mit der Nahrung aufgenommen Energie.

Haltung des Salinenkrebs im Aquarium

Für die erfolgreiche Erbrütung der Nauplien aus den Dauereiern benötigt man ein Glasaqauarium oder -gefäß, in Wasser aufgelöstes Meersalz, dessen Konzentration zwischen 2 und 4% Salinität eingestellt wird und eine leicht erhöhte Raumtemperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Dauereier und fertige Salzmischungen kann man im Zoofachhandel ebenso wie einen Inkubator zum Erbrüten der Dauererier beziehen. Damit die Eier bis zum Schlüpfen der Nauplien in Schwebe bleiben und nicht auf den Gefäßboden absinken und dort absterben, muss man eine moderate Strömung durch Belüftung mittels einer Membranpumpe erzeugen. Damit wird gleichzeitig die Sauerstoffversorgung der Eier sichergestellt. Artemia-Nauplien sind ein unter Hobbyaquarianern begehrtes Erstfutter zur Aufzucht von Jungfischen. Will man Nauplien zu adulten Salinenkrebsen aufziehen, so benötigt man außerdem ein passendes Futter, z.B. das im Handel erhältliche Liquifry®marin, eine Suspension aus kleinsten marinen Algen, Bakterien und weiteren Futterpartikeln. Die ausgewachsenen Artemien sind begehrte Futtertiere für kleinere, planktonfressende Zierfische, vor allem für marine Arten. Im Süßwasseraquarien sterben die Artemien bald ab, sodass man immer nur geringe Portionen verfüttern darf, die innerhalb von wenigen Minuten von den Fischen restlos vertilgt werden können. Dies Problem lässt sich vermeiden, wenn man statt Artemia den im Süßwasser lebenden Echten Kiemenfuß Branchipus schafferi oder eine verwandte Art kultivieren würde. Dies erfordert jedoch einige Eigenintitaive, da diese Arten kaum im Handel angeboten werden.

Nachzucht des Salinenkrebs

Der Salinenkrebs und die verwandten Arten können sich sowohl sexuell durch Paarung von Männchen und Weibchen, als auch parthenogenetisch durch Selbstbefruchtung der Zwitterdrüse der Weibchen fortpflanzen. Einige Arten können sowohl Dauereier produzieren als auch bereits in den nur dünnhäutigen Eiern entwicklet, lebende Nauplien zur Welt bringen. Bei den sogenannten Dauereiern handelt es sich in Wirklichkeit um mehrzeilige Zysten, deren Stoffumsatz praktisch auf Null heruntergefahren wird, damit sie lange ungünstige Umweltbedinugnen wie Trockenheit erfolgreich überstehen können. Wie bereits geschildert, lassen sich aus diesen Dauereiern die Erstlarven, Nauplien genannt erbrüten. Ebenso kann man einen Teil der nicht verfütterten Nauplien zu ausgewachsenen Salinenkrebsen heranziehen.

Aufzuchtversuche aus Dauereiern von Salinenkrebsen bei konstanter Temperatur und Futterangebot haben gezeigt, dass die Wachstumgeschwindigkeit von der Salinenkrebse und auch die erreichte Endgröße bei einer Salzkonzentration von 4% am höchsten ist (MEHRING 2012). Bei 6% Salinität nimmt sie bereits wieder ab, bei 8% war die Sterblichkeitsrate erhöht. In reinem Wasser (0%) schlüpften keine Artemia-Nauplien.

Von einer echten, eigenständigen Zucht kann man natürlich erst reden, wenn man einen eigenen Zuchtstamm über mehrere Generationen am Leben erhält. Dies ist mit einigem Aufwand verbunden und lohnt sich eigentlich nur, wenn man Verhalten und Biologie dieser interessanten Salzseebewohner studieren will, statt die Salinenkrebse zu verfüttern. Es kann gelingen, mehrere Generationen hintereinander aus den dünnhäutigen Subiatneiern aufzuziehen. Irgendwann wird die Popualtion aber zusammenbrechen, wenn es nicht gelingt, zwischendurch durch wechselnde Milieubedingungen, auch Dauereier zu erhalten. Die eingangs erwähnte Zuchtsorte nyos wurde eigens für Forschungszwecke entwickelt und ist auch im Handel erhätllich. Der “Artname” steht nämlich für die Abkürzung aus New York Ocean Science Laboratories. Mit dieser Sorte bestehen die besten Aussichten, Artemia wenigstens über einige Generationen züchten zu können.

Zur asexuellen Vermehrung werden nur die Salinenkrebs-Weibchen benötigt. Aus den Dauereiern schlüpfen aber auch Männchen. Daher kann man auch unter Umständen die Paarung beobachten. Die Männchen erkennen man an den Mandibeln, die als Greiforgane vergrößert sind, die Weibchen erkennt man an ihrem Brutsack. Das Männchen der Salinenkrebse verfolgt das Weibchen über eine kurze Strecke durch das Wasser, um es dann fest mit seinen Mandibeln oberhalb vom Brutsack zu packen. Das Artemia-Männchen dringt mit seinem Penis-artigen Geschlechtsorgan in die Gonopore des Weibchens ein und schwimmt so in ständiger Kopulation mehrere Tage durch das Aquarium, bis sie sich schließlich trennen und in verschiedene Richtungen davonschwimmen.

Literaturhinweis

DREWES,O. (2007): Artemia- der Urzeitkrebs (Vivaria Verlag).
HAYO,M. & G.SCHWARZ (1996): Artemia- der Urzeitkrebs,mehr als nur Fischfutter (M- und S-Verlag).
HENTIG,R. (1971): Einfluß von Salzgehalt und Temperatur auf Entwicklung, Wachstum, Fortpflanzung und Energiebilanz von Artemia salina. – Marine Biology 9, 145–182.
MEHRING,M. (2012): A scientific experiment aiming to understand the effect of salinity on the growth of Artemia.- 25pp.

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