Verbreitung und Lebensraum

Die Neuseeland-Zwergdeckelschnecke ist in Neuseeland sowohl im Süßwasser als auch im Brackwasser verbreitet. Von dort aus ist wahrscheinlich mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen nach England und von dort aus ins übrige Europa gelangt und breitet sich immer weiter aus. Ende des 19.Jahrhunderts tauchte sie zum ersten Mal an der Ostseeküste auf. Inzwischen ist sie in vielen Gewässern Mitteleuropas die häufigste Schneckenart, so auch im Bodensee.

Hier wurde sie zum ersten Mal 1972 gefunden, bald erreichte sie dort Besiedlungsdichten von bis 35.000pro m2. Neuerdings sind die Bestände von Potamopyrgus antipodarum im Bodensee wieder rückläufig, lediglich im Konstanzer Trichter und Seerhein sowie am österreichischen Ufer des Bodensee-Obersees gibt es noch Massenvorkommen. In anderen Gewässern erreichte sie zeitweise Besiedlungsdichten von sogar mehreren Hunderttausenden. Dann überzieht den gesamten Gewässergrund und das darunter liegende Substrat wird vollständig überdeckt. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass sie sowohl auf Steinen und anderen Hartsubstraten, als auch Schlamm und Sandböden ansiedeln kann. In wärmeren, nährstoffreichen Gewässern ist sie wesentlich häufiger als in kühlen und nährstoffarmen Gewässern. Als invasive Art verdrängt sie in Nordamerika zunehmend einheimische Wasserdeckelschnecken, die dadurch vom Aussterben bedroht sind. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wird sie auch weiterhin mit dem Ballastwasser der Schiffe weltweit verbreitet. Im Jahre 2000 tauchte sie zum ersten Mal in japanischen Gewässern auf und 2009 im Zweistromland Mesopotamien, dem heutigen Irak. Erst 1988 konnte der Beweis erbracht werden, dass es weltweit wirklich um eine einzige Art handelt. Die große Toleranz gegenüber den Wasserverhältnisse und das hohe Vermehrungspotential tragen wahrscheinlich zu dieser rasanten globalen Ausbreitung bei. Potymopyrgus antipodarum besiedelt sowohl stehende als auch Fließgewässer, wo sie stromauf bis in die Quellzone vordringen kann. Mit organischen Abwässern leicht belastete Gewässer (Saprobienindex 2,3) werden gegenüber klaren, sauberen Gewässerabschnitten vorzugsweise besiedelt.

Merkmale der Neuseeland-Zwergdeckelschnecke

Die Neuseeland-Zwergdeckelschnecke wird in neuseeländischen Gewässern bis 1,2cm groß, bei uns in Mitteleuropa messen ihre Gehäuse nur Längen von 3 bis 4mm. Während in Neuseeland die Schneckengehäuse dieser Art sehr unterschiedlich geformt sind, weist Potamopyrgus antipodarum in Mitteleuropa eine weitgehend einheitlich Gehäuseform auf: Das rechts gewundene Gehäuse ist langgestreckt und mit bis zu 7 Umgängen konisch oval zu. Die Umgänge sind durch eine relativ tiefe Naht deutlich voneinander abgesetzt. Die Schalenöffung ist oval und kann durch den Fußdeckel der Schnecke, das Operculum, vollständig verschlossen werden. Das Gehäuse ist durchscheinend grau, hellbraun oder gelblich-orange gefärbt. Der Fuß der Schnecke ist weißlich gefärbt mit dunklen Punkten oder Strichen.

Haltung der Neuseeland-Zwergdeckelschnecke im Aquarium

Die Neuseeland-Zwergdeckelschnecke stellt keine großen Ansprüche an die Aquarieneinrichtung. Neben einigen größeren, hohl aufliegenden Steinen, unter die sich die Schnecken verkriechen können, sollte der Bodengrund feinsandig bis leicht schlammig sein, da die Schnecken hier nach verwertbaren Nahrungspartikeln wühlen. Neben Bodenmulm, Detritus und Aufwuchsalgen auf Steinen oder Holzwurzeln sollte man ihnen auch zerriebene Futtertabletten u.ä. bieten. Flockenfutter, welches auf der Wasseroberfläche treibt, wird dagegen nicht angenommen. Durch einen Filter und zusätzliche Belüftung ist für eine geringe Strömung bei ausreichend gelöstem Sauerstoff zu sorgen. Die Neuseeland-Zwergdeckelschnecke kann ohne weiteres mit anderen Schnecken und auch Zierfischen vergesellschaftet werden. Man kann sie auch in separaten Becken züchten und dann Schnecken fressenden Fischen oder Krebsen als Futtertiere anbieten.

Nachzucht der Neuseeland-Zwergdeckelschnecke unter Aquarienbedingungen

Die Neuseeland-Zwergdeckelschnecke ist getrennt geschlechtlich. Außerhalb Neuseelands findet man aber kaum Männchen; die Weibchen vermehren sich bei uns fast ausschließlich parthenogenetisch, also ungeschlechtlich. Die Weibchen können sich ab einer Gehäuselänge von rund 3mm fortpflanzen. Sie sind lebendgebärend und legen daher keine Eier. Die Larven entwickeln sich im Ei in einer Ausbuchtung des Eileiters innerhalb der Mantelhöhle, bis die vollentwickelten Jungschnecken ins freie Wasser entlassen werden. Diese sind bereits nach 3 Monaten geschlechtsreif. Auch im Aquarium vermehren sich diese Wasserdeckelschnecken ohne größeres Zutun des Pflegers. Pro Jahr kann jedes Weibchen mehr als 230 Nachkommen produzieren, pro Brut sind es zwischen 20 und 120 Jungschnecken. Im Freiland fällt die Hauptfortpflanzungszeit in die warmen Sommermonate.

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