Süßwasser-Krabben im Überblick

Süßwasser-Krabben im Aquarium

Rote Mangrovenkrabben, Pseudosesarma moeshi -> Weitere Bilder und Bestellmöglichkeit

Von den fast 7.000 bisher bekannten Krabbenarten zählen immerhin fast ein Fünftel zu den Süßwasserkrabben. Wobei laufend neue Arten entdeckt werden, sodass sich ihr Anteil in den kommenden Jahren noch erheblich erhöhen wird. Allerdings sind von den bisher beschriebenen etwas mehr als 1.300 Arten die wenigstens reine Süßwassertiere.

Porträtstudie der Halloweenkrabbe Geocarcinus ruricola, eigentlich eine Landkrabbe aus der Karibik, die zur Fortpflanzung das Meer aufsucht, dank ihrer auffälligen Zeichnung aber eine der am häufigsten Krabbenarten im Aquaterrarium ist

Foto: Thomas Borwn, Creative Commons License 2.0 US-amerikanisch Unported

Neben den reinen Süßwasserkrabben der Familie Potamidae rechnet man zu dieser Gruppe auch die Spring- und Winkerkrabben, die im Tidenbereich des Meeres leben, die Mangrovenkrabben und Landkrabben, die in engem Kontakt zu Brack-, Meer- oder auch Süßwasser leben. Manche doese Arten leben weit weg vom Wasser in den tropischen Regenwäldern, die ihnen eine genügend hohe Luftfeuchtigkeit bieten, um ihre Kiemenhöhlen feucht zu halten. In klaren Vollmondnächten wandern sie Richtung Meer, um sich dort fortzupflanzen. Selbst die reinen Süßwasserkrabben brauchen neben einem Wasser- auch einen relativ großen Landteil. Sie in einem Aquarium zu halten, würde an Tierquälerei grenzen. Ein oben offenes Palludarium würde ihrem natürlichen Lebensraum am besten entsprechen. Dies verbietet sich aber, da alle Krabben wahre Kletterkünstler sind und am noch so dünsten Kabel oder eine pflanzenliane emporhangeln würden, um auszubrechen. Die meisten der bisher gepflegten Krabbenarten sind nachtaktiv und Allesfresser.

Verbreitung und Lebensraum der Süßwasser-Krabben

Die in Aquaterrarien gepflegten Krabbenarten stammen überwiegend aus den Tropen – bis auf die Vertreter der Potamidae, die vor allem im Mittelmeerraum verbreitet sind. Einige Arten sind salzwassertolerant. Diese euryhyalinen Arten können auch in reinem Süßwasser oder in Wasser mit einer geringen Salzkonzentration existieren. Einige Krabbenarten haben im Laufe ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung das Süßwasser erobert, sie sind zu sekundären Süßwasserbewohnern geworden. Manchen Arten blieb auch gar nichts anderes übrig, da ihr Gewässer vom Meer abgeschnitten wurde. Daher ist es nicht verwunderlich, dass gerade solche Arten auf ein kleines Verbreitungsgebiet, manchmal auch nur auf ein einziges Binnengewässer beschränkt und dann nur hier vorkommen, also endemisch sind. Damit sind die meisten von ihnen in ihrem natürlichen Bestand extrem gefährdet. Soweit Export und Handel mit Süßwasserkrabben überhaupt erlaubt ist, ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung in der artgerechten Pflege und Nachzucht nicht nur für den Zoofachhandel, sondern auch für den Hobbyaquarianer selbst.

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Merkmale, Form und Färbung der Süßwasser-Krabben

Das Grundschema der Krabben ist recht einheitlich gebaut und gleicht dem der Flusskrebse, bis auf die Tatsache, dass sie ihren Hinterleib, das Abdomen, ständig unter dem Cephalothorax geklappt halten. Sie werden daher auch Kurzschwanzkrebse (Ordnung Brachyura) genannt. Krabben haben im wahrsten Sinne Stielaugen, die ihnen eine 360-Grad-Rundumblick ermöglichen. Damit können sie auch Farben und Formen unterscheiden und erkennen ihren Pfleger bereits auf eine Distanz von einigen Metern. Krabben laufen in der Regel seitwärts. In der Seemannssprache Nordfrieslands werden sie daher auch Dwarsloeper = Querläufer genannt. Die Eroberung des Süßwasser durch ursprünglich marine Krabben setzte voraus, dass sie ihren Wasserhaushalt gegen das osmotische Gefälle gegenüber dem elektrolytärmeren Außenmilieu, dem Süßwasser, aktiv ändern können. Dies geschieht indem sie das Salz aus ihrem Urin resorbieren. Um auch an Land wenigstens zeitweise überleben zu können, haben sie zusätzlich zu ihren Kiemen lungenähnliche Gebilde in der Kiemenhöhle entwickelt. Um die Kiemenhöhle feucht zu halten, müssen sie aber immer wieder ins Wasser eintauchen können; auch um das überschüssige Ammoniak aus dem Urin ausscheiden zu können.

Haltung der Süßwasser-Krabben im Aquarium

Wie eingangs bereits erwähnt, Süßwasser- oder gar Mangroven- und Landkrabben in einem reinen, bis obenhin gefüllten Aquarium zu halten, grenzt an Tierquälerei. Krabben brauchen ein geräumiges Aquaterrarium, dessen Landteil mindestens die gleiche Fläche wie der Wasserteil einnehmen sollte. Der Wasserteil muss so tief sein, dass die Krabben darin auch einmal ungehindert schwimmen, statt immer nur herumkrabbeln können. Wichtig ist auch ein flacher Ausstieg auf den Landteil. Dieser sollte ein sandigen bis feinkiesigen, tiefgründigen Untergrund haben. Denn die Krabben graben sich gerne auch in das Bodensubstrat ein. Im Hintergrund müssen Höhlen zur Verfügung stehen, in die sich die Krabben tagsüber – die meisten von ihnen sind dämmerungs- oder nachtaktiv – oder zur Häutung zurückziehen können. Da die Krabben dazu neigen, ihren Lebensraum nach ihren Vorstellungen umzugestalten, müssen alle Steinaufbauten standsicher verankert werden. Pflanzen sind nicht unbedingt nötig; sie würden ohnehin von den Krabben sehr bald zerfetzt werden. Wer dennoch nicht auf Pflanzen als Dekoration verzichten will, der sollte zu den mittlerweile täuschend echten Kunstpflanzen, zurückgreifen, wie sie für Terrarienbewohner im Fachhandel angeboten werden, oder robuste Aufsitzerpflanzen so auf Steine oder Holzwurzeln platzieren, dass sie von den Krabben nicht erreicht werden können. Wichtig ist, dass das Aquaterrarium lückenlos abgedeckt ist und keinerlei Schlupflöcher bieten, durch die erstaunlich behende kletternden Krabben entkommen könnten. Eine geschlossene Abdeckung des Becken ist auch wichtig, damit die Luft im Becken ähnlich warm wie der Wasserteil gehalten werden kann. Das Wasser muss gut gefiltert werden, da es sonst sehr schnell verderden würde, wenn die Krabben vom Landteil her Sand und Futterreste ins Wasserbassin eintragen. Man sollte den Landbereich mit einigen trockenen Falllaubblättern auslegen. Dann scheiden die Krabben auf diesen Blättern ihre Exkremente aus, statt dass sie im Sand versickern, und das Becken lässt sich so leichter sauber halten. Krabben sind in der Regel Allesfresser, die neben Frostfutter gerne auch einmal ein Regenwurm, eine Schnecke oder etwas Grünkost zu sich nehmen. Wichtig ist, dass immer nur soviel gefüttert wird, wie sofort von den Krabben konsumiert wird. Einige Krabbenarten, darunter die Roten Mangrovenkrabben oder die Winkerkrabben fühlen sich nur in einem kleinen Trupp wohl, andere wie die Harlekin- und die Vampirkrabben sind Einzelgänger und verhalten sich ausgesprochen aggressiv gegenüber Artgenossen und anderen Beckenbewohnern. Es versteht sich von selbst, dass Krabben – auch wegen ihrer ganz speziellen Biotopansprüche – für die Haltung im Gesellschaftsbecken zusammen mit Krebsen, Garnelen oder Fischen absolut ungeeignet sind.

Nachzucht der Süßwasser-Krabben unter Aquarienbedingungen

Eier von Potamon fluviatile

Foto: Fabio Liverani,Creative Commons Attr.-Share Alike 2.5 Generic

Während marine Krabben tausende von Eier produzieren, um den planktisch lebenden Larven eine Überlebenschance bieten zu können, beschränken sich Süßwasserkrabben auf viel kleinere Eizahlen. Ähnlich wie bei den Süßwasserarten unter den Flusskrebsen durchlaufen die Larven den größten Teil ihrer Entwicklung im Ei. Auch nach dem Schlüpfen werden sie noch eine Zeitlang vom Muttertier beschützt und versorgt. Die Nachzucht der Süßwasserkrabben im Aquaterrarium ist allerdings äußerst schwierig und wird dem Hobbyaquarianer in den seltensten Fällen gelingen.

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