Die meisten Fächergarnelen stammen aus Südostasien und den pazifischen Inseln Indonesiens, Papua-Neuguineas, Mikronesiens und den Philippinen. Nur wenige Arten sind dagegen dies – oder jenseits des Atlantiks verbreitet.

Verbreitung und Lebensraum der Fächergarnelen

Atya crassa kommt im tropischen Westafrika vor, die Blaue Monsterfächergarnele dagegen zu beiden Seiten des Atlantiks in Westafrika und in Südamerika. Ebenso kommt die Raue Fächergarnele Atya scabra in Mexiko, dem östlichen Mittelamerika und dem Nordosten Südamerikas als auch in Westafrika vor.

Wissenschaftlicher NameDeutsche NamenVorkommenHaltungZucht
Atya abelei Pazifikküste Panamas(+)
Atya africana Westafrika(+)
Atya brachyrhinusHöhlnfächergarneleBarbados: Coles Cave(+)
Atya crassa Westafrika+
Atya dressleriPanama-FächergarnelePanama: Provinzen Panama und Veraguas(+)
Atya innocousBasket-FächergarneleMittelamerika von Nicaragua bis Panama, große und kleine Antillen(+)
Atya intermedia Westafrika: Golf von Guinea, Annobón, Saõ Tomé(+)
Atya lanipes Antillen: Kuba, Jamaica, Puerto Rico, St.Croix, St.Thomas(+)
Alya limnetes Kolumbien: Valle de Cauca, Rio Anchiacaya(+)
Atya margaritacea Pasizikküste Mittelamerikas(+)
Atya ortmannioides Pazifiküste von Kalifornien bis Mexiko(+)
Atya scabraRaue FächergarneleWestafrika, Mexiko, östl. Mittelamerika und nordöstl. Südamerika++
Atyoida bisulcata Hawai-Inseln(+)
Atyoida pilipesIndopazifische Fächergarnele, Pilipes-Fächergarnele, MinifächergarnelePazifische Inseln Indonesiens, Neuguinea und Philippinen++
Atyoida serrata Madagaskar, la Reúnion & Mauritius, zentrale Seychellen, evenutell auch Andamanen und Nivobaren(+)
Atyopsis moluccensisMolukken-Bergbachgarnele, Molukkenfächergarnele, RadargarneleSüdostasien und Molukken-Inseln Indonesiens++
Atyopsis spinipesDornenfuß-BergbachgarneleSüdostasien, Mkronesien, Palau++

Zeicherklärung: Haltung schwierig +, mittel ++, möglich, aber nicht angeboten (+)
Zucht – nicht möglich, (-) bereits vereinzelt gelungen

Merkmale, Form und Färbung der Fächergarnelen

Fächergarnelen sind recht einheitlich gebaut. Sie fallen weniger durch leuchtende Farben als durch ihre besondere Anatomie auf, eine Anpassung an ihre einzigartige Ernährungsweise. Der Körperbau der Fächergarnelen wirkt im Vergleich zu den zierlichen Zwerggarnelen der Gattung Caridina viel gedrungener. Die dritten Schreitbeinpaare sind kräftig entwickelt und haben an den Endgliedern Häkchen, mit denen sie sich auch in starker Strömung an Steinen, Baumwurzeln oder anderen Hartsubstraten festkrallen können. Die ersten beiden Schreitbeinpaare haben je einen Borstenfächer, deren Funktionsweise im folgenden Abschnitt beschrieben wird. Bei den Fächergarnelen können die Männchen von den Weibchen anhand ihres Appendix masculina, einem sackartigen Anhängsel des zweiten Schreitbeinpaares unterschieden werden. Außerdem ist das erste Schreitbeinpaar bei den Männchen stärker verdickt als bei den Weibchen. Bei adulten, geschlechtsreifen Weibchen sind die Hinterleibssegmente seitlich stärker heruntergezogen.

Lebensweise und Nahrungsaufnahmetechnik der Fächergarnelen

Die Fächergarnelen haben im Laufe ihrer Stammesgeschichte einen Filterapparat entwickelt, der unter den Süßwassergarnelen einzigartg ist. Damit sind sie in der Lage als Passive Filtrierer Nahrungsparikel und andere Schwebstoffe aus der Wasserströmung herauszufiltern, ohne sich von der Stelle rühren zu müssen und ohne diese Partikel aktiv herbei strudeln zu müssen. Eine sehr energiesparende Nahrungsaufnahmetechnik, die nur in Fließgewässern oder gleichmäßig und stark durchströmten Aquarien funktioniert. Den Fächergarnelen fliegen gleichsam „die gebratenen Tauben ins Maul“. Sie halten sich mit ihren kräftig entwickelten dritten Schreitbeinpaaren an einem festen Untergrund und können so selbst starken Strömungen standhalten, ohne losgerissen zu werden. Auf den ersten beiden Schreitbeinpaaren haben die Fächergarnelen jeweils einen Fächer aus Borstenhaaren, der gleichsam wie ein Regenschirm aufgespannt wird, um damit die mit der fließenden Welle herandriftenden Partikel abzufangen. Diese Borstenfächer werden in regelmäßigen Abständen ein- und ausgeklappt. Die zusammengefalteten, eingeklappten Fächer werden mit den Mundwerkzeugen ausgekämmt, verwertbare Nahrungspartikel aussortiert und dem Mund zugeführt. Als Bewohner tropischer Fließgewässer, die in der Regel nährstoffarm sind, sind Fächergarnelen auf hohe Fließgeschwindigkeiten angewiesen, um das geringe Nahungsangebot kompensieren zu können.

Auch im Aquarium muss die Strömung ausreichend stark sein, damit der Ein- und Ausklappmechanismus der Borstenfächer ausgelöst wird. Ist das Nahrungsangebot, das Produkt aus Wassertransport pro Zeiteinheit mal Nahrungspartikel pro ml, zu gering, dann stellen die Fächergarnelen ihre Filtriertätigkeit ein und beginnen auf dem Bodengrund des Aquarium im Mulm und Detritus auf der Suche nach Nahrung herumzustochern. Wenn man dann nicht „gegensteuert“ und das suspendierte, mit der Strömung verteilte Nahrungsangebot nicht erhöht, werden diese Fächergarnelen bald verhungern. Die sitzende Tätigkeit bei der Nahrungsaufnahme bedingt, dass Fächergarnelen sehr ruhige und friedliche Aquarienbewohner sind. Daher sollte man sie auch nur mit ähnlichen ruhigen und friedlichen Mitbewohnern vergesellschaften, die sie nicht stören. Wasserschnecken und Zwerggarnelen sind ideale Resteverwerter, die die am Boden sedimentierten Nahrungspartikel verwerten können, bevor es zu Fäulnisprozessen kommen kann. Dagegen sollten man von einer gemeinsamen Haltung von Fächergarnelen und zumindest großen Muschelarten absehen. Die Filtrierleistung dieser Muscheln wird oft unterschätzt, damit entziehen sie den Fächergarnelen zuviel potentielle Nahrung und werden zu Konkurrenten.

Haltung der Fächergarnelen im Aquarium

Derzeit gibt es nur fünf Arten von Fächergarnelen, die regelmäßig im Zoofachhandel zur Haltung im Aquarium angeboten werden. Seit langem und weitaus am häufigsten wird die Molukken-Bergbachgarnele Atyopsis moluccensis, wesentlich seltener dagegen eine weitere Atyopsis-Art, die Dornenfuß-Bergbachgranele Atyopsis spinensis. Auch wenn die Blaue Monsterfächergarnele Atya gabonensis im Verhältnis dazu mit 20cm Länge riesengroß wird, sieht man sie inzwischen häufiger – vor allem in öffentlichen Schauaquarien. Aus dieser Gattung werden auch regelmäßig zwei kleinere Arten angeboten: die Raue Fächergarnele Atya scabra und die nur wenige Zentimeter große Pilipes-Fächergarnele Atya pilipes.

Damit das Nahrungsangebot reicht, sollte man Fächergarnelen nur in kleinen Gruppen von vier bis sechs Exemplaren pflegen. Neben einem genügenden Partikelangebot muss man auch für genügende, strömungsexponierte Sitzplätze im Aquarium sorgen. Um eine möglichst gleichmäßige und gerichtete Wasserströmung zu erzeugen, sollte das Garnelenbecken eher lang gestreckt statt hoch sein. Da Fächergarnelen als Bewohner von schnellfließenden Gewässern der Tropen einen hohen Sauerstoffbedarf haben, sollte man im Aquarium für eine zusätzliche Belüftung mit Hilfe einer Membranpumpe, Verbindungsschlauch und einen langgestreckten, auf dem Aquarienboden positionierten Ausströmerstein sorgen. Dann kann auch auf zu feinmaschiges Filtermaterial im Aquarienfilter verzichtet werden, damit nicht zu viele Algen und andere Futterpartikel im Filter hängen bleiben. Die Fächergarnelen können nicht alle Schwebstoffe aus dem Wasser abfiltrieren, ein großer Teil sinkt zu Boden. Ideale Resteverwerte, die das Bodensediment sauber halten, sind die indischen Turmdeckelschnecken, die tagsüber tief im Bodensubstrat nach verwertbaren Futterreste suchen und erst bei Dunkelheit hervorkriechen. Auch Zwerggarnelen, die im Mulm und Detritus nach Nahrung suchen können eien sinnvolle Ergänzung zu Fächergarnelen sein. Wie alle Garnelen so müssen sich auch die Fächergarnelen zur Häutung zurückziehen können. Daher muss man auch ihnen genügend Versteck- und Unterschlupfmöglichkeiten bieten.

Nachzucht von Fächergarnelen unter Aquarienbedingungen

Alle Fächergarnelen gehören dem ursprünglichen Fortpflanzungstyp an. Sie besiedeln küstennahe Flusssysteme. Die frisch geschlüpften Zoea-Larven lassen sich stromab bis in die Brack- und Merwasserbereiche treiben, wo sie sich über einige Larvenstadien bis zu Junggarnelen entwickeln, die dann wieder stromauf wandern. Da ein solcher Habitatwechsel zwischen Süßwasser und Meerwasser und wieder zurück im Aquarium schwer zu simulieren ist, ist eine erfolgreiche Nachzucht von Fächergarnelen im Aquarium bisher – soweit bekannt – noch nicht gelungen. Daher stammen alle Fächergarnelen, die im Fachhandel angeboten werden, aus Wildfängen oder Importen aus Überseegebieten.

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