Austral-Pazifische Flusskrebse im Überblick

Austral-Pazifische Flusskrebse

Dunkelblauer Krebs - Cherax sp. -> Weitere Bilder und Bestellmöglichkeit

Die austral-pazifischen Flusskrebse der Gattung Cherax gelangten ursprünglich als Importe aus Wildfängen nach Europa. Viele Arten werden aber seit einigen Jahren in Australien und Asien für die Haltung in Aquarien auch gezüchtet. Sie gehören zu den farbenprächtigsten Süßwasserkrebse. Die meisten Arten sind ausgesprochen friedlich untereinander und gegenüber anderen Beckenbewohnern, selbst der Yabby mit dem etwas martialisch klingenden Artnamen destructor (der Zerstörer). Mit ihren relativ großen Scheren wirken Cherax-Arten meist etwas unbeholfen. Meist streifen sie nur im Dunkeln durch das Aquarium auf der Suche nach Nahrung; tagsüber halten sie sich versteckt. Die Weibchen betreiben Brutpflege und tragen die Eier unter ihrem Hinterkörper aus. Das sichert den Larven eine gute Überlebenschance, und da die Larven kein Biotopwechsel zwischen Süß- und Salzwasser wie manche Garnelen- oder Krabbenart durchmachen, besteht die Möglichkeit, Cherax-Arten auch im Aquarium züchten zu können.

Der Yabby (Cherax destructor), einer der bekanntesten Vertreter der australischen Flusskrebse

Foto: Chameleon, GNU Free Doucmentation License

Verbreitung und Lebensraum der Austral-Pazifischen Flusskrebse

Die Flusskrebse der Gattung Cherax sind je nach Art in Teilen Australiens, Irian Jayas oder Papua Neuguinea verbreitet. Weitere Gattungen der Parastacidae kommen in Südamerika, Neuseeland und Madagaskar vor, spielen aber aquaristisch noch keine Rolle. Man nimmt an, dass die Trennung der Parasatacidae von den Flusskrebse der Familien Astacidae und Cambaridae in der nördlichen Hemisphäre nach dem Auseinanderbrechen des Urkontinents Pangäa vor rund 185 Millionen Jahren erfolgt ist. Es soll allein in Australien mehr als 100 Arten geben, von denen erst einige bekanntere Arten auch in europäischen Aquarien eingeführt worden sind. Auch wenn man sie zu den sogenannten Flusskrebsen zählt, viele Arten leben auch in Stillgewässern, den für das australischen Outback typischen Bilibongs oder kleinsten Tümpel, in deren Schlamm sie sich eingraben, wenn die Wasserstelle auszutrocknen droht. Die auch für die Pflege im Aquarium geeigneten Cherax-Arten sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Vorkommen Lebensraum Haltung Zucht
Cherax ajamaru Blaugrüner Krebs Irian Jaya/Papua New-Guinea einfach möglich
Cherax boesemai Blauer und Roter Papuakrebs einfach möglich
Cherax cainii Marron Südl.Australien mittel sehr schwierig
Cherax destructor Yabby Australien einfach mittel
Cherax Hoa-Creek Blau-Rosa-Krebs Irian Jaya einfach einfach
Cherax holthuisi Aprikosen-Krebs Irian Jaya einfach einfach
Cherax lorentzi Lorentz-Krebs Tiefland von Papua Neuguinea Einzugsgebiet des Lorentz-Strom einfach einfach
Cherax peknyi Zebra- oder Tiger-Krebs Papua Neuguinea Kleinere Flüsse und Bäche einfach mittel
Cherax quadricarinatus Australischer Flusskrebs Australien einfach einfach
Cherax spec „Blue Moon“ Dunkelblauer Krebs Irian Jaya einfach einfach
Cherax spec. „Orange Tip“ Feuerkrebs Irian Jaya, Vohegelkopdinsel Aitinjo-See einfach einfach

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Blau-Rosa Krebs - Cherax sp. Hoa Creek Tigerkrebs - Cherax peknyi Aprikosenkrebs - Cherax holthuisi Dunkelblauer Krebs - Cherax sp. Roter Papuakrebs - Cherax sp. Lorentz´s Flusskrebs -  Cherax lorentzi Feuerkrebs - Cherax holthuisi var.

Merkmale der Austral-Pazifischen Flusskrebse (Gattung Cherax)

Auch die australpazifischen Flusskrebse der Gattung Cherax gleichen in ihrem Körperbau den von den europäischen Flusskrebsen der Astacidae bekannten Körperbau. Von den ersten drei Scherenbeinpaaren sind die ersten Scheren bei Cherax-Arten besonders groß entwickelt.

Die Vertreter der Gattung Cherax, hier im Bild Cherax quadricarinatus, zählen zu den farbenprächtigsten Flusskrebsarten. Auffallend ist der abgeflachte Körperbau und die im Verhältnis dazu großen Scheren

Foto: GreySivler, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Cherax-Arten haben keine Gonopoden, die zum Beispiel bei den amerikanischen Procambarus-Arten die Geschlechtsbestimmung erleichtert. Stattdessen liegen bei den Cherax-Männchen die paarigen Geschlechtsöffnungen an der Basis des vierten Schreitbeinpaares. Diese Gonoporen sind kleiner als bei den Weibchen, bei denen sie am Ansatz des zweiten Schreitbeinpaares liegen.

Haltung der Aaustral-Pazifischen Flusskrebse im Aquarium

Die meisten Cherax-Arten, die bisher für eine Aquarienhaltung auch in Europa eingeführt wurden, sind ausgesprochen friedlich sowohl untereinander als auch gegenüber anderen Mitbewohnern. Daher kann man sie auch gut mit Zwerggarnelen und kleineren friedlichen Fischen zusammen halten. An die Wasserverhältnisse werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Sie brauchen aber relativ hohe Wassertemperaturen bis etwa 28 Grad Celsius. Ist das Wasser zu weich, sollte man es durch Mineralsalze etwas aufhärten. Sonst könnte es Schwierigkeiten bei der Häutung der Krebse geben. Gegenüber einem zu hohen Eisengehalt scheinen Cherax-Arten aber besonders empfindlich zu sein. Eine Zugabe von einigen Blätter von getrocknetem Eichenlaub kann der Verpilzung der Tiere vorbeugen. Trotz der enormen Größe sind die meisten Cherax-Arten nicht sehr bewegungsfreudig und kommen daher auch mit relativ kleinen Becken aus, vorausgesetzt, man will sie nicht unbedingt züchten. Sie brauchen allerdings möglichst viele, geeignete Versteckmöglichkeiten, in die sie sich tagsüber zurückziehen können. Schwimmfutter kann von den Cherax-Arten nicht angenommen werden, da sie ihre Nahrung auf dem Boden suchen. Man füttert sie möglichst abwechlungsreich mit klein geschnittenem Fisch- oder Muschelfleisch, sinkfähigem Frostfutter und überbrühtem Gemüse. Auch wenn die Cherax-Arten sich relativ langsam fortbewegen, können auch sie gut klettern. Damit die Ausbruchskünstler nicht das Weite suchen und außerhalb des Beckens vertrocknen, muss man das Aquarium gut abdecken und alle Schlupflöcher verstopfen.

Nachzucht austral-pazifischer Flusskrebse unter Aquarienbedingungen

Die Cherax-Arten entwickeln sich bei den relativ hohen Wassertemperaturen schnell. Manche Arten erreichen schon nach vier Monaten die Geschlechtsreife. Das Paarungsritual der Cherax verläuft ähnlich wie bei den nordamerikanischen Procambarus-Arten. Allerdings sind die Cherax scheu, sodass man dies meist nicht beobachten kann. Sie ziehen sich häufig schon mehrere Tage zuvor paarweise zurück. Das Männchen dreht das Weibchen zur Paarung auf den Rücken und heftet das von einer Gallerthülle umgeben Spermapaket zwischen die Hinterbeine des Weibchens. Einige Stunden später stoßen die Weibchen die Eier aus. Die Eier quellen im Wasser etwas auf und werden vom Weibchen zwischen die Schwimmbeine unter dem Hinterleib platziert. Auch wenn die Krebslarven aus den Eiern schlüpfen, bleiben sie noch eine Zeitlang über einen Telsonfaden mit dem Mutterleib verbunden. Erst wenn sie sich schließlich zu voll entwickelten Jungkrebsen häuten, bewegen sie sich frei im Wasser. Jungkrebse einiger Arten neigen zu Kannibalismus. Will man Cherax-Arten in größerer Zahl nachzuzüchten, dann sollte man die trächtigen Weibchen in ein separates Aufzuchtbecken mit vielen Versteckmöglichkeiten umquartieren. Das Weibchen braucht während dieser Zeit ohnehin viel Ruhe und zieht sich gerne völlig zurück. Sobald die Jungkrebse umher zu schwimmen beginnen, trennt man die Mutter von ihrem Nachwuchs. Die junge Cherax kann man mit Frostfutter oder zerstoßenen Futtertabletten groß ziehen. In Australien und Neuguinea fällt die Fortpflanzungszeit in der Regel in die Regenzeit. Im Aquarium können sich die Krebse dagegen bei den konstant hohen Wassertemperaturen das ganze Jahr hindurch fortpflanzen.

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