Europäische Flusskrebse im Überblick

Europäische Flusskrebse im Überblick

Edelkrebs - Astacus astacus 5 - 8 cm -> Weitere Bilder und Bestellmöglichkeit

Die Europäischen Flusskrebse der Familie Astacidae bestehen nur aus 4 Arten, von denen der Galizische Sumpfkrebs ursprünglich nicht in Mitteleuropa heimisch war. Hinzu kommt eine fünfte, nordamerikanische Art, der Signalkrebs. Von diesen Flusskrebsen sind der sogenannte Edelkrebs und der Sumpfkrebs relativ gut in einem geräumigen, krebsgerecht ausgestatteten Aquarium zu pflegen. Die Zucht unter Aquarienbedingungen stellt relativ hohe Anforderungen, da sich die Flusskrebse nur bei niedrigen Temperaturen fortpflanzen können.

Europäischer Flusskrebs, wahrscheinlich Astacus leptodactylus

Foto: Cornelius Herget, Creatiev Commons Attr.-Share Aliek 3.0 Unported

Verbreitung und Lebensraum der Europäische Flusskrebse

Die Europäischen Flusskrebse aus der Familie Astacidae sind in Deutschland mit vier Arten vertreten. D.h. eigentlich ist der vierte europäische Vertreter der Astacidae, der Galizische Sumpfkrebs Astacus leptodactylus, kein echter „Mitteleuropäer“, sondern stammt ursprünglich aus dem Südosten, den Gewässern rund um das Schwarze Meer und die Kaspisee. Man hat ihn in mitteleuropäischen Gewässern ausgesetzt, weil man dachte, er sei als einziger Vertreter der Astacidae gegen die heimtückische Krebspest immun, diese Annahme stellte sich aber bald als falsch heraus. Hinzu kommt der Signalkrebs Pacificastacus leniusculus, der aber inzwischen auch bei uns soweit Fuß gefasst hat, dass er die einheimischen Edelkrebse zunehmend verdrängt. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass er als nordamerikanischer Krebs zwar selbst immun gegen die in Europa gefürchtete Krebspest ist, diese aber als potentieller Überträger in Europa zusammen mit anderen nordamerikanischen Flusskrebsen aus der Familie der Cambaridae verbreitet und damit zur Ausrottung ganzer Populationen des Edelkrebses Astacus astacus beiträgt.

Einen Überblick über die Vorkommen und Ansprüche an Gewässer und Aquarienhaltung der vier europäischen Astaciden gibt die folgende Tabelle:

Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Vorkommen Lebensraum Haltung Zucht
Astacus astacus Edelkrebs heimisch Bäche, Flüsse und größere Seen anspruchsvoll anspruchsvoll
Astacus leptodactylus Sumfpkrebs Aus Südosteuropa eingeführt Langsam fließende, verkrautete und sumpfige Fließgewässer mittel mittel
Austropotamobius pallipes Dohlenkrebs heimisch in SW-Deutschland Kleine Fließegwässer mittel mittel
Austropotamobius torrentium Steinkrebs Heimisch in Süddeutschalnd Kleine, saubere Bäche mit steinig-kiesigem Substrat anspruchsvoll bisher nicht gelungen

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Merkmale, Form und Färbung der Europäischen Flusskrebse (Astacidae)

Die Flusskrebse der Astacidae gehören zu den Zehnfußkrebsen (Decapoden). Die ersten 3 Pereiopoden (Schreitbeinbeinpaare) sind zu Scheren umfunktioniert. Dabei hat das erste Paar besonders kräftige, große Scheren, mit der Beute oder Nahrungsbrocken gepackt und zerkleinert werden, während die pinzettenförmigen Scheren des zweiten und dritten Beinpaares zum Zerpflücken und Hineinstopfen der Nahrung dienen. Vor allem mit dem vierten und fünften Beinpaar bewegen sich die Flusskrebse fort. Der Hinterleib, das Pleon, ist von einem elastischen, dünnen Panzer ringförmig umschlossen und deutlich segmentiert. Jedes Segment trägt ein Spaltbeinpaar. An sie klebt das trächtige Weibchen die Eier und trägt sie mit sich umher, bis die voll entwickelten Jungkrebse schlüpfen. Es gibt also bei den Europäischen Flusskrebsen keine planktische Larvenstadien. Der Hinterleib endet im Telson, welches aus dem letzten Segment und flossenförmigen Pleopoden den Schwanzfächer bildet. Durch Umklappen dieses Telsons kann der Krebs blitzartig die Flucht ergreifen und rückwärts schwimmen. Der Vorderkörper der Flusskrebse wird vom Brustpanzer, dem Carapax, umschlossen. Dieser Carapax bedeckt die wesentlichen Organe und die Kiemen, die über den Schreitbeinen liegen. Die vordere Verlängerung, die „Nase“ des Carapax, wird Rostrum genannt. Die Länge, Form und Bedornung dieses Rostrums sind neben den sogenannten Postorbitalknoten hinter den Augen wichtige Bestimmungsmerkmale zur Identifizierung der einzelnen Arten. Die Augen sitzen auf beweglichen Stielen und können bei Gefahr eingezogen werden. Die Flusskrebse haben zwei Antennenpaare. Das erste Paar ist sehr kurz und mündet in zwei Geißeln. Das zweite Antennenpaar ist dagegen wesentlich länger und hat nur jeweils eine Geißel, während der zweite Teil bis auf eine Schuppe reduziert ist.

Die Weibchen bleiben kleiner. Die Weibchen haben außerdem einen gedrungeneren Körperbau, ein breiteres Telson und kleinere Scheren. Ein sicheres Unterscheidunsgmerkmal bieten aber nur die Goponoporen, die beim Weibchen an der Basis des fünften, beim Männchen am dritten Schreitbeinpaares liegen, sowie die Begattungsgriffel des Männchens.

Haltung der Europäischen Flusskrebse im Aquarium

Für eine Haltung im Aquarium eignen sich eigentlich nur Astacus astacus, der Edelkrebs, und Astacus leptodacytlus, der Galizische Sumpfkrebs. Die beiden anderen Arten sind zu selten und stehen unter striktem Naturschutz. Flusskrebse kann man auch im Gartenteich halten, dabei ist aber darauf zu achten, dass die Flusskrebse von dort nicht ausbrechen und benachbarte natürliche Gewässer besiedeln können. Die Aussetzung von Flusskrebsen in Gewässer ist in Deutschland, sowie in Schweiz und Österreich verboten und verstößt gegen geltendes Fischereirecht und Naturschutzgesetze. Denn diese Flusskrebse sind Laich- und Fischräuber. Hält man Europäische Flusskrebse im Aquarium, so muss dies vor allem geräumig und groß sein. Pro Paar muss man mit einer Beckengröße von mindestens 130cm rechnen. Man hält die Flusskrebse am besten paarweise oder in kleinen Gruppen. Wichtig sind genügend Verstecke und Unterschlupfmöglichkeiten, in die sich die Flusskrebse tagsüber zurückziehen und vor allem während der empfindlichen Häutungsphase Schutz suchen können. Dazu dienen einige standsichere Steinaufbauten mit Höhlen oder großvolumige Tonröhren. Auf feinfiedrige Pflanzen sollte man besser verzichten. Sie würden von den Krebsen bald gnadenlos zerpflückt werden. Bestenfalls einige, robuste Aufsitzerpflanzen auf Wurzelhölzern oder Steinen können als Dekoration dienen. Wichtig ist ein stellenweise feinkörniger Kies, sowie eine gute Filterung und gleichmäßige Strömung im Aquarium. Auf Gesellschaft mit Fischen, Garnelen oder Schnecken sollte man im Krebsaquarium verzichten, da sie von den Flusskrebsen als Bereicherung des Speiseplans auf ihren nächtlichen Streifzügen durchs Aquarium herhalten müssten. Als Futter dient Muschel- und Fischfleisch, Regenwürmer und Tubifex, aber auch Frostfutter und Futtertabletten -im Prinzip alles Futter, welches zu Boden sinkt, denn nur dort suchen die Flusskrebse nach Nahrung. Auf schwimmfähiges Trockenfutter muss man daher verzichten. Damit die Flusskrebse der Aquarienbepflanzung nicht vollkommen den Garaus machen, sollte man ihnen auch etwas Grünkost in Form roher Karottenstückchen, Gurkenstücken und ähnlichem Gemüse anbieten. Das Aquarienwasser sollte mittelhart bis hart und leicht alkalisch sein, also pH>7. Sonst könnten Probleme beim Häuten den Krebsen zu schaffen machen. Das Aquarium sollte eher zu kühl als zu warm gehalten werden, das Kaltwasserbecken darf daher vor allem während den Sommermonaten nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Nachzucht Europäischer Flusskrebse unter Aquarienbedingungen

In ihren Heimatgewässern paaren sich die Edelkrebse Astacus astacus im Oktober, wenn die Wassertemperatur unter 10 Grad Celsius sinkt. Die voll entwickelten Jungkrebse schlüpfen dann im darauffolgenden Mai. Die Tragzeit der Weibchen beträgt also mehr als ein halbes Jahr. Solche Bedingungen lassen sich im Aquarium nur schwer einhalten. Der Sumpfkrebs Astacus leptodactylus ist weniger anspruchsvoll und leichter zu züchten. Sie produzieren auch weitaus mehr Nachwuchs als die Edelkrebse. Die Paarung selbst verläuft meist recht ruppig. Das Männchen schnappt sich das paarungsbereite Weibchen, dreht es mit Hilfe seiner Scheren auf den Rücken oder in Seitenlage und setzt mit Hilfe seiner Begattungsgriffel kleine, weiße Spermienpakete zwischen Beinen und Telson des Weibchens ab. Innerhalb der ersten Woche färben sich die befruchteten Eier graubraun, ein Zeichen, dass die Larvenentwicklung beginnt.

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