Die Sulawesigarnelen

Sulawesi Garnelen im Überblick

Die Sulawesi-Garnelen gehören zu den schönsten Zwerggarnelen der Tropen. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie jedoch schwierig zu pflegen und zu züchten.

Die Kardinalsgarnele

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Lebensraum der Sulawesi-Garnelen

Die Seen in den Bergen im Zentrum der indonesischen Insel Sulawesi sind uralt, ihre Fauna hat sich in der langen Isolation eigenständig entwickeln können. Daher bergen diese Seen eine Vielzahl von foram- und artentreichen Gruppen von Zwerggarnelen, Süßwasserkrabben, Wasserschnecken und Fische, die endemisch sind, also nur in diesen Seen oder gar nur in einem dieser Gewässer vorkommen. Etwas nördlich der Malili-Seen liegt der Lake Poso, der bis 450m tief ist. Die Malili-Seen bilden dagegen ein zusammenhängendes System aus unterschiedlich großen und tiefen Gewässern, die untereinander durch Flüsse verbunden sind. Der Lake Matano ist zwar nicht der flächenmäßig größte, aber mit 590m der weitaus tiefste See. Sein Seeabfluß, der Petea River, verbindet ihn mit dem Lake Mahalona, der relativ klein und nur wenig mehr als 70m tief ist. Der Lake Matano wiederum ist über den Tominanga River mit dem Lake Towuti verbunden. Dieser Lake Towuti ist mit 561 qkm der größte See der Gruppe und mit einem geschätzten Alter von 700.000 Jahren auch einer der ältesten Malilisee. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in diesem See mehr als die Hälfte der bisher bekannten Garnelen des Malili-Lake-Systems vorkommen. Einen Überblick über die Sulawesi-Garenlen, ihre Verbreitungsmuster und die von ihnen besiedelten Lebensräume gibt die folgende Tabelle.

Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Herkunft Haltung Lebensraum Zucht
Caridina caerulea Blaufußgarnele Lake Poso mittel mittel
Caridina longidigita Blue Poso-Garnele Lake Poso Geröllbrandunsgzone, Felsküste schwierig schwierig
Caridina spinata Goldfleck-Garnele Lake Towuti Geröllbrandunsgzone, Felsküste mittel möglich
Caridina cf.woltereckae Harlekingarnele Lake Towuti Geröllbrandunsgzone, Felsküste mittel mittel
Caridina dennerli Kardinalsgarnele Lake Matano einfach mittel
Caridina loehae Orangefarbene Matanogarnele Lake Matano (Loeha Insel), Petea River, Mündung des Salo Larona Aufwuchsflächen im Uferbereich zwischen Steinen und Felsen schwierig schwierig
Caridina striata Red Line-Garnele Lake Towuti, Lake Mahalona Aufwuchsflächen im seichten Uferbereich mittel schwierig
Caridina pareparensis Sulawesi-Inlandsgarnele Malawa (Süd-Sulawesi) besiedelt die Quellregion einfach mittel
Caridina profundicola Sun Stripe-Garnele Lake Towuti Besiedelt große Felsen und Hartsubstrate in größeren Wassertiefen mittel unbekannt, prinzipiell aber möglich
Caridina cf. marsapi Towuti-Tigergarnele Lake Masapi, Lake Montoa besiedelt Wasserpflanzen und Falllaub schwierig schwierig
Caridina holthuisi Banded Bee Garnele Lake Matano, Lake Poso, Lake Towuti, Petea River Besiedelt Falllaub und Weichsubstarte mittel schwierig
Caridina holthuisi Copper Bee Garnele Lake Matano, Lake Poso, Lake Towuti, Petea River Besiedelt Falllaub und Weichsubstarte mittel schwierig
Caridina holthuisi Half Back Bee Garnele Lake Matano, Lake Poso, Lake Towuti, Petea River Besiedelt Falllaub und Weichsubstarte mittel schwierig

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Yellow Fire Garnele - Gelbe Garnele Red Bee Shrimp K4-K14 , Caridina cf. cantonensis Blue Bolt Garnele - Taiwan Bee Black Bee - Doppel Hinomaru Orange Fire Zwerggarnele - Neocaridina davidi (heteropoda) Black Bee K4 - Bienengarnele Black & White Red Fire Sakura Garnele  - Neocaridina davidi (heteropoda) var. Sakura

Merkmale, Form und Färbung der Sulawesi-Garnelen

Viele der Zwerggarnelen von der indonesischen Insel Sulawesi können an Farbenpracht mit den Hochzuchtstämmen von Red Bee, Crystal Red, Red Fire, Tiger- und anderen Garnelen konkurrieren. Viele Arten sind heikel in Pflege und Zucht, die erfahrenen Garnelenzüchtern vorbehalten bleiben. Es gibt aber auch einige gut an Aquarienbedingungen angepasste Arten wie die Kardinalsgarnele und die Sulawesi-Inlandsgarnele deren Farbintensität mit Blaufußgarnelen, Harlekingarnelen oder Copper Bee Garnelen mithalten kann.

Haltung der Sulawesi-Garnelen im Aquarium

Die Pflege von Garnelen aus dem Malili-Seensystem im Süden der Insel stellt relativ hohe Ansprüche an den Aquarianer. Einerseits ist das Wasser in diesen Seen weich, der pH-Wert liegt aber stets im alkalischen Bereich, also über pH 7 (optimal zwischen 7,8 und 8,5). Ursache sind die Fragmente an Korallengestein, die auf den marinen Ursprung dieser sehr alten Seen zurückgehen. Am besten lassen sich solche Wasserverhältnisse im Aquarium durch Korallenlochgestein und die wohldosierte Zugabe von Aufhärtersalzen simulieren. Auch gilt die Regel, je größer das Aquarium ist, desto leichter lassen sich die Wasserverhältnisse stabil halten. Eine zweite Schwierigkeit besteht darin, dass diese Seen fast völlig keimfrei sind. Normalerweise kann man Aquarienwasser arm an Bakterien halten, indem man über Torfzusätze filtert. Die Freisetzung von Huminstoffen und Gerbsäuren hemmt das Bakterienwachstum. Doch das senkt den pH-Wert weit unter den Neutralpunkt (pH<7) ab, kommt also für ein Aquarium mit diesen Sulawesi-Garnelen nicht infrage. Als Möglichkeit, das Aquarienwasser so keimfrei wie möglich zu halten, bieten sich an: Eine optimale eingestellt, effektive Filteranlage, die sämtliche Schwebstoffe und Schmutzpartikel aus dem Wasser entfernt, Wasserwechsel mit keimfreiem Wasser aus Membranfiltration oder Umkehrosmose. Einzige Ausnahme bildet die Sulawesi-Inlandsgarnele, die nicht aus dem Maliliseen stammt, sondern viel weiter südlich vorkommt und die Quellregion besiedelt. Diese Zwerggarnele kann unter für tropische Süßwassergarnelen „normalen“ Bedingungen gepflegt und gezüchtet werden. Die Malili-Lake-Garnelen sind auf konstant hohe Wassertemperaturen von 26 bis 30 Grad Celsius eingestellt und reagieren im Aquarium empfindlich auf plötzliche Temperatursprünge. Um das Aquarienwasser nicht unnötig mit organischen Abbauprodukten zu belasten, sollte nur äußerst sparsam gefüttert werden. Von einer Vergesellschaftung mit Krebsen, anderen Zwerggarnelen und auch Zierfischen sollte man tunlichst absehen. Die Ansprüche an die Wasserverhältnisse sind bei diesen Tiergruppen nur selten deckungsgleich. Sinnvoll ist dagegen eine Bereicherung des Sulawesi-Becken mit den endemischen Schnecken der Gattung Tylomelania aus den Maliliseen, z. B. Der Perlhuhnschnecek Tyloemlania patriarchalis aus dem Matanosee. Sie sind zudem gute Verwerter der zu Boden sinkenden Futterreste und halten das Aquarium sauber. Die arachaischen Maliliseen sind nicht nur für ihre zahlreichen Süßwassergarnelen und Schnecken bekannt, sie bergen auch andere endemische Kostbarkeiten, darunter farbenprächtige endemische Süßwasserkrabben und Fische, sodass in den kommenden Jahren mit weiteren Importen aquaristischer Kostbarkeiten aus Sulawesi zu rechnen ist (RINTELEN,T,K.v.RINTELEN,GLAUBRECHT,SCHUBART & HERDER 2012).

Nachzucht der Sulawesi-Garnelen unter Aquarienbedingungen

Die Zwerggarnelen Sulawesis gehören -soweit bekannt- dem spezialisierten, fortschrittlichen Vermehrungstyp an, d.h. ihre Larven entwickeln sich im Ei und schlüpfen dann als bereits voll entwickelte Junggarnelen. Damit sollte auch die Zucht im Süßwasseraquarium prinzipiell möglich sein, auch wenn sie bei den meisten Arten nicht einfach ist. Das gilt natürlich besonders für Importtiere und solche Garnelen, die aus den ersten Generationen von Wildfänge stammen. Will man hier Erfolg haben, dann müssen die Wasserverhältnisse im Aquarium so genau wie möglich den Standortbedingungen in den Heimatgewässern entsprechen. Inzwischen werden jedoch einige Arten erfolgreich unter Aquarienbedingungen gezüchtet, deren Nachkommen nicht mehr so heikel in Pflege und Zucht sind wie die Wildfänge. Da Sulawesi-Garnelen generell bei hohen Wassertemperaturen von 28 Grad Celsius und mehr gezüchtet werden, verkürzt sich die Entwicklungszeit der Larven im Ei auf etwa 3 Wochen. Die Junggarnelen wachsen auch schneller heran als die anderer Süßwassergarnelen. Leider verkürzt sich dadurch aber auch ihre Lebensdauer.

Literaturhinweise

RINTELEN,von, K. & Y.CAI (2009): Radiation of endemic species flocks in ancient lakes: Systematic revision of the freshwater shrimp Caridina H.Milne Edwards, 1837 (Crustacea:Decapoda: Atyidae) from the ancient lakes of Sulawesi, Indonesia, with the description for eight new species.- THE RAFFLES BULLETIN OF ZOOLOGY 57(2): p. 343–452.
RINTELEN,von,T. & K.von RINTELEN, M.GLAUBRECHT, C.D.SCHUBART & F.HERDER (2012): Aquatic biodiversity hotspots in Wallacea: the species flocks in the ancient lakes of Sulawesi, Indonesia.- in: D.J.GROWER et al.,eds.: Biotic Evolution and Environmental Change in Southeast Asia.-Cambridge University Press.

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