Die Rote Nashorngarnele - Caridina gracilirostris

Die Rote Nashorngarnele

Rote Nashorngarnele
- lat. Caridina gracilirostris -

Haltung: mittel
Zucht: problematisch
Größe: 3,5cm (m), 4cm (w)
Temperatur: 20 bis 28°C / opt. 25°C
PH: 6,5 bis 7,5 / opt. 6,8
GH: bis 15°dGH / opt. 8°dGH
KH: bis 11°dKH


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Charakteristisch für die Rote Nashorngarnele ist ihre leuchtend rote „Nase“, das lange, schmale Rostrum, bei ansonsten weitgehend transparentem Körper. Die Rote Nashorngarnele ist im indopazifischen Raum weit verbreitet. Dort besiedelt sie vor allem die Brackwasserzonen der Flussmündungungen und küstennahen Mangrovengebiete. Man kann sie als adulte Garnelen auch in Süßwasser pflegen. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nachzucht ist dann aber, dass man die Larven schrittweise über einen längeren Zeitraum an die Salinität von Brackwasser gewöhnt und dann, wenn die freischwimmenden Garnelenlarven als voll entwickelte Junggarnelen zum Bodenleben übergehen, die Salzkonzentration wieder schrittweise reduziert.

Lebensraum der Roten Nashorngarnele

Die Rote Nashorngarnele ist im Indopazifik weit verbreitet; das Vorkommen reicht von der Küste Afrikas bis zu den indonesischen Inseln. Die Rote Nashorngarnele ist eng mit der Schwesterart Caridina nilotica verwandt, die stattdessen auf dem afrikanischen Kontinent dominiert. Die Rote Nashorngarnele lebt vor allem in der Brackwasserzone in den Flussmündungen und den Mangrovengürteln, kann aber als adulte Garnele auch sowohl im Süßwasser als auch im Meer existieren. Die Rote Nashorngarnelen werden in kommerziellen Maßstab in großer Anzahl gezüchtet bei einem Salzgehalt von 15 Promille, das entspricht etwas weniger als der halben Salinität von Meerwasser im Indopazifik.

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Merkmale, Form und Färbung der Roten Nashorngarnele

Die Rote Nashorngarnele verdankt ihren Artnamen gracilirostris ihrem schlanken, aber langen Rostrum, das leuchtend gefärbt ist und sich damit als rote „Nase“ deutlich von dem bis auf wenige rote Streifen transparenten Körper abhebt. Das Rostrum kann leicht abbrechen – bei Verletzungen durch Rivalen, beim Transport o. ä. - wird aber bei der nächsten Häutung wieder regeneriert. Die Weibchen sind deutlich größer als die Männchen und haben auch einen stärker gewölbten Hinterleib als diese.

Haltung der Roten Nashorngarnele im Aquarium

Über die artgerechte Haltung der Roten Nashorngarnele gehen die Meinungen weit auseinander. Sie lässt zwar auch als adultes Tier über längere Zeit im Süßwasseraquarium pflegen, fühlt sich aber wohl doch in ihrem angestammtem Milieu, dem Brackwasser, wohler. In jedem Fall benötigt die Rote Nashorngarnele Wasser mit einer hohen Gesamt- und Karbonathärte. Daher sollte man auch das Süßwasserbecken mit etwas handelsüblichem Meersalz „aufsalzen“. Es gibt etliche Aquarienpflanzen, die solch eien geringe Salinität tolerieren. Für die Rote Nashorngarnele selbst spielt dies kaum eine Rolle. Sie braucht stattdessen viel Raum zum freien Umherschwimmen, einen dunklen Bodenuntergrund, aber natürlich auch einige Rückzugsmöglichkeiten unter Steinen, in Röhren oder unter Mangroven- oder Moorkienwurzeln. An das Futter stellt die Rote Nashorngarnele keine besonderen Ansprüche; als Allesfresser weidet sie Aufwuchsalgen auf Steinen und Wurzeln ab, frisst die Futterreste, die andere Mitbewohner im Aquarium übersehen haben, und sollte gelegentlich mit vegetarischer Kost wie Spinat, Brennnesselsticks und handelsüblichen Garnelen-Granulatfutter gefüttert werden. Wie nahezu alle Zwerggarnelen ist die Rote Nashorngarnele ausgesprochen friedlich. Auch in einer kleinen Gruppe ab 10 Garnelen sollte man ihr ein Aquarium von mittlerer Größe von wenigstens 50 Liter bieten, da die Rote Nashorngarnele genügen Raum zum Schwimmen benötigt. Die Rote Nashorngarnele lässt sich auch gut mit anderen Zwerggarnelen und friedlichen, kleineren Fischen vergesellschaften, sofern diese ebenfalls an hartes Wasser adaptiert sind.

Nachzucht der Roten Nashorngarnele unter Aquarienbedingungen

Die Nashorngarnelen-Weibchen setzen bald Laich an und sind auch sehr vermehrungsfreudig – pro Wurf können mehr als 1000 Eier ausgestoßen werden. Die aus diesen winzigen Eiern ausschlüpfenden Zoea-Larven können jedoch nur kurze Zeit in reinem Süßwasser überleben. In Brackwasser könnten sie aber überleben und heranwachsen. Für eine erfolgreiche Nachzucht unter Aquarienbedingungen entfernt man die Weibchen nach ihrer rund 2-wöchigen Tragzeit aus dem Becken, welches man nun stufenweise durch tägliche Zugaben von Meersalz in einem Zeitraum von etwa 20 Tagen bis auf die Salinität von Brackwasser erhöht. Während der ganzen Zeit bleibt die Aquarienbeleuchtung eingeschaltet, damit sich während dieser Zeit genügend Aufwchsalgen als Nahrungsgrundlagen für die Junggarnelen am Ende ihrer Larvenentwicklung gebildet haben. Nach einem weiteren Monat beginnt man den Salzgehalt des Aquarienwasser wieder stufenweise durch entsprechend reine Süßwasserzugaben beim Wasserwechsel zu reduzieren, bis nach etwa 2 Monaten die Ausgangskonzentration, d.h. Süßwasser geringer Salinität, aber entsprechend hoher Härte erreicht ist. Eine solche Prozedur über Monate durchzuhalten, erfordert natürlich einen hohen Aufwand. Aber nur so ist eine erfolgreiche Nachzucht ohne große Larvenverluste zu erreichen. Ob man sich das ganze Procedere auch ersparen könnte, in dem man die erworbenen adulten Roten Nashorngarnelen von vorneherein in ein Artbecken mit Brackwasserkonzentration setzt und dann auch die Nachkommen unter konstanten Slazwasserkonzentrationen erfolgreich aufziehen könnet, dazu liegen keine Erfahrungsberichte vor. Eine Voraussetzung wäre wohl, dass beim Züchter die Garnelen schon über Generationen in Brackwasser gepflegt und vermehrt worden sind und dass sie im Zwischenhandel, also beim Zoofachhändler, ebenso in Brackwasser gehältert würden.

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